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MDR DOK CREATIVE - Neustart? Neustart!

Donnerstag
15.07.2021
in Dresden
17:30 Uhr Beginn  | 17:00 Uhr Einlass
Doku

Was kommt bei der Sterneköchin im Lockdown in das Menü für den Neustart? Was gibt Künstlern ohne Publikum eine Perspektive und sind nach der Pandemie alle Probleme gelöst? Premiere der acht ausgewählten Projekte der Dokumentarfilm-Initiative MDR DOK CREATIVE zum Thema: Neustart! Neustart?

Der Eintritt ist frei. 
 


 

DIE STIMME DER ELEFANTEN

Film von Chiara Fleischhacker, 15 Minuten

Es ist ruhig geworden im Thüringer Zoo Park Erfurt. Das aufgeregte Tuscheln der Kinder und die suchenden Rufe der Eltern sind seit dem Lockdown nicht mehr zu hören. Stattdessen gehen die Tierpfleger des Zoos durch die leeren Passagen zwischen den Gehegen und kümmern sich um die hungrigen und teils gelangweilten Tiere. Für die Pfleger stellt sich jetzt eine existentielle Frage: Warum gibt es überhaupt einen Zoo, wenn die Tiere nicht gesehen werden? Wer kümmert sich um die Tiere, wenn die Tierpfleger in Quarantäne müssen? Neben der Routine und der liebevollen Pflege der Tiere entstehen Momente der Stille und der Reflexion. Dann, an einem Wochenende im April, sind die Besucher zwar plötzlich wieder da, aber kehrt damit auch die alte Normalität zurück?
 



DIE ÜBERKÜMMELUNG DES WASSERS

Film von Maik Priebe, 15 Minuten

Das Restaurant „Frieda“ in Leipzig. Leere Tische, die Küche kalt. Und doch brennt noch Licht in dem Restaurant von Lisa Angermann, das gerade im März einen Michelin-Stern erhalten hat. Normalerweise würden Stammgäste und Neugierige jetzt den Restaurantbetrieb auf Trapp halten, aber wie fast überall auf der Welt nimmt auch im „Frieda“ kein Gast Platz. Trotzdem bleibt die Küche nicht kalt, denn Lisa Angermann kreiert, verwirft, kombiniert neue köstliche Kreationen - für die Zeit nach der Pandemie.
 



WER BRAUCHT JETZT KUNST?

Film von Olaf Held, 15 Minuten

Jan Kummer ist seit über 20 Jahren bildender Künstler. Früher, also ganz früher, war er mal Sänger der DDR Avantgarde Band „AG Geige“, die nach der Wende sogar in Paris auftrat. Heute malt Kummer Bilder und verkauft diese weltweit. Doch dann kam Corona und die lange Zeit des Wartens. Zwar war er nicht ganz untätig und hat zum Beispiel mit dafür gesorgt, dass Chemnitz Kulturhauptstadt 2025 wird. Oder mit seinen Töchtern Nina und Lotta ein Musikvideo aus Pappfiguren gebastelt, die ein Festival auf einer Pappbühne besuchen. Auch eine neue Ausstellung in der Leipziger Spinnerei ist in Planung. Aber hauptsächlich sitzt Jan Kummer, launig-mürrisch den Corona-Alltag kommentierend in seinem Atelier, das er wegen der Heizkosten in einen kleineren Raum verlegt hat und hält sich bereit.
 



SARA

Film von Claudia Euen, 15 Minuten

„Hallo, mein Name ist Sara Aliev. Ich gehe in die 9. Klasse des Foucault-Gymnasiums in Hoyerswerda. In meiner Freizeit treffe ich meine Freunde, dann lernen wir oder hören Musik.Ich steh’ auf russischen Rap.“

Die 15jährige Sara nimmt uns mit nach Hoyerswerda , in ihre Welt,. Ein offenes, lebenslustiges Mädchen, das uns ihre Sicht auf die Dinge und ihre Wünsche erzählt. Schule, Abitur, Studieren - - ganz normale Träume, ein ganz normaler Alltag. Aber spätestens, wenn wir Sara mit ihren abgekämpft wirkenden Eltern vor der Gemeinschaftsunterkunft treffen wird klar: Sara ist auch eine junge Frau, die sehr früh sehr viel Verantwortung übernehmen muss. Denn Sara Aliev ist von Abschiebung bedroht. Sie stammt aus Georgien und macht gerade in Hoyerswerda ihr Abitur. Der Film erzählt über den Alltag der Jugendlichen zwischen Corona, Homeschooling und der Sehnsucht nach dem normalen Leben.
 



IMMER WIEDER VON VORN

Film von Lutz Gregor, 15 Minuten

„Geliebte Schwester,die Deutschen sind schon ein eigenartiges Volk. Sie sind sehr verwöhnt. Sie jammern oder werden panisch oder deprimiert, wenn mal alles nicht so läuft wie sie sich das wünschen. Mit der Pandemie haben sie endlich die Illusion verloren, dass das Leben planbar ist. Das wussten wir schon immer.“

Fatim sitzt in ihrer kleinen Plattenbauwohnung in Halle und schreibt ihre wöchentliche Email an ihre Schwester Sira, einer Ärztin in Mali. Seit diesem Jahr 2021 hat sie eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Die studierte Pädagogin, die zur Zeit auf einem Schlachthof arbeitet, träumt davon, ihre pädagogische Ausbildung zu vervollständigen, um dann die Schule ihres Vaters in Mali zu modernisieren. Dafür muss sie in Berlin wieder neu anfangen. Auch in der Liebe wagt Fatim einen Neustart. Die Briefe der Schwestern handeln vom neu beginnen, von Rückschlägen, von Heimat und Sehnsucht und wie nebenbei ergibt sich eine ganz neue Perspektive auf den Alltag in Deutschland in der Pandemie.
 



MORGENGESANG MIT AUTOBAHN

Film von Marc Eberhardt und Jonas Eisenschmidt, 12 Minuten

Patrick Franke faszinieren Vögel und die Natur. Menschen, und ihr respektloser Umgang mit dieser natürlichen Welt machen ihn oft wütend. Von Kindesbeinen an Naturschützer, kam er über die Klangkunst zur Ornithologie. 17.000 Tonaufnahmen hat er über die Jahre gesammelt. In einem Leipziger Tonstudio dürfen wir diesen und den Erzählungen und auch dem Ärger Frankes lauschen. Denn mit der Corona Pandemie kommt auch die Natur aus dem Gleichgeweicht. Die Menschen entdecken die Natur für sich, strömen raus aufs Land, in die Naturschutzgebiete. Dass sie damit den Rückzugsraum der Vögel weiter einengen und akustisch verschmutzen, ist den meisten gar nicht klar. Ein vielstimmiges Portrait des Künstlers und Vogelbeobachters Patrick Franke.
 



ICH WEISS NICHT

Film von Jan-Luca Ott, 10 Minuten

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie und der gesellschaftlichen Distanzierung sind Verwerfungen entstanden, die bis in das familiäre Umfeld reichen. Auch bei der Mutter des Autors vermischen sich berechtigte Kritik an Einschränkungen von Grundrechten, am kapitalistischen System und der Globalisierung mit Verschwörungsmythen, über die er seither regelmäßig mit ihr am Telefon diskutiert.

Bettina, die Mutter des Autors, ist Erzieherin und hat sich bis zur Corona Pandemie nicht als politisch verstanden. Ihre beste Freundin Christine ist hingegen schon lange eine glühende Anhängerin verschiedenster Verschwörungsnarrative und schickt ihr regelmäßig Links von Seiten wie KenFM. Regelmäßig telefonieren Mutter und Sohn, die beiden haben eine gute Beziehung. Doch Bettina verändert sich, sie ist extrem skeptisch gegenüber den Pandemie-Maßnahmen und driftet zunehmend in Verschwörungsmythen ab. Der Sohn hält mit Argumenten dagegen. Wie wird es sein, wenn er nach Hause fährt und sich Mutter und Sohn wieder persönlich gegenüberstehen?
 



EIN JAHR MÄRZ

Film von Judith Meister und Samuli Salonen, 13 Minuten

Wohnblocks in Grünau, Mercedes-gesäumte Straßen und Jugendstil-Häuser in Gohlis, das quirlige Treiben in der Eisenbahnstraße: Wir spüren Meinungen der Leipziger Gesellschaft auf, von Nord bis Süd, von Ost bis West und reflektieren selbst. Gemeinsam mit Schauspieler Soheil Boroumand und einer cinematischen Handkamera wollen wir in der Öffentlichkeit Menschen begegnen, sie fragen nach ihrer Meinung, ihren Wünschen, ihrer Hoffnung und ihren Vorstellungen der nächsten Jahre in der Pandemie. Inspiriert vom französischen Dokumentarfilm-Genre Cinéma Vérité der 60er Jahre wollen wir eine poetische, kritische Collage erzeugen und Menschen außerhalb des digitalen Raums zuhören.

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